Schulprojekt Religionen in München
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Mehmet Akif Camii e.V.

Adresse

Moosacherstr. 20, 80809 München

Autoren

SchülerInnen der Städtischen Berufsschule für Informationstechnik

Religionsästhetik

Die Eingangshalle wirkt auf den ersten Blick dunkel (kein Licht). Der Gebetsraum ist groß (für bis zu 1200 Menschen). Sein Zentrum ist die Mihrab in der hinteren, rechten Ecke. Die Wände sind cremeweiß und apricot gestrichen, die Decken sind mit goldenem Stuck verziert. Auch die runden Torbögen sind verziert und die Wände sind mit unzähligen bunten Mosaiken geschmückt. Die Fliesen sind hauptsächlich grün, mit blauen und roten Blumen. Lamellenvorhänge dichten alle Fenster ab, hauptsächlich von dem lauten Straßenlärm. Zwischen den Fenstern befinden sich Längsbalken, welche mit roten und weißen Blumen, sowie blauen Wellenlinien gefliest sind.

Von den Decken hängen imposante Kronleuchter, und viele Lämpchen rücken alles ins rechte Licht. Der Gebetsteppich leuchtet rot und in ihn sind blaue Säulen und weiße Blumen gewebt. Immer zwei Säulen rahmen einen Gebetsplatz ein, welcher in Richtung Mekka weist. Auch Bücherregale und Blumen schmücken die Wände. In den Ecken stehen Stühle für Zuschauer, die sich die Gebete ansehen wollen, normalerweise wird auf dem Teppich gesessen oder gekniet.

Die wichtigsten Einrichtungsgegenstände sind das Kisu, die Mihra, das Hutbet und die Moesin. Die Mihra ist eine mit Mosaiken ausgekleidete Rundkuppel, welche von Blumen und 2 Standkronleuchtern eingerahmt ist Das Hutbet ist eine Empore, von der der Imam das Schlussgebet spricht. Der Bereich wird von einem grünen Vorhang mit Goldverzierungen abgetrennt. Auch eine türkische Flagge  verziert das Hutbet. An den Wänden hängen Uhren, welche die Gebetszeiten anzeigen. Dann schallt der laute Gebetsruf des Imam ("Versammelt euch zum Gebet" auf türkisch) durch das Gebäude. Während des Gebets herrscht totale Stille.

Unser Gesprächspartner war unter anderem der Vorsitzende der Moschee. Er zeigte uns den Koran, ein schweres dunkelblau- goldverziertes Buch mit etwa 600 Seiten. Er erklärte uns auch, dass alle Gegenstände aus der Türkei kommen und dass die Moschee so schön eingerichtet ist, weil alle sich wohlfühlen sollen.

Danach wurden wir noch in einem Festsaal im Keller mit echtem türkischemTee bewirtet.

Religionssoziologie

Moscheen und der muslimische Glaube sind für jeden öffentlich zugänglich.  Den Muslimen ist es wichtig, dass jeder so leben kann, wie er es für sich für richtig hält. Frauen haben die Möglichkeit, Imam zu werden, allerdings sind sie bei Gebeten in einem eigenen Bereich untergebracht.  Imame sind für 4 Jahre in einem Land. Der Imam wird vom türkischen Staat beauftragt und bezahlt. Der Imam ruft zum Gebet und ist im Pflichtgebet Vorsprecher. Der Imam versucht, Probleme zu lösen (zwischen Familien, Freunden usw.). Muslime beten fünf mal am Tag (1 St. vor dem Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, abends und 1 St. nach Sonnenuntergang). Gebete richten sich immer Richtung Mekka.

Das wichtigste Gebet findet am Freitag statt. Hochfeste werden mit großem Aufwand gefeiert (Hochzeiten, Ramadan).

Wenn der Imam predigt, darf er auf keinen Fall über Politik sprechen. Gebete haben eine Dauer von 30 bis 45 Minuten. Es gibt zwei verschiedene Versionen des Gebets (arabisch und türkisch). Die Muslime glauben sehr stark an ein Leben nach dem Tod. Moscheen in Deutschland sind Vereine mit einem Vorstand. Steinkette (=Gebetskette) mit 99 Steinen (=3 x 33) bei durchzählen dieser Kette werden 3 Gebete gesprochen.

Geographie

Die Moschee ist die älteste Moschee in der Bundesrepublik Deutschland. Vor 7 Jahren zog sie in das jetzige Gebäude. Sie ist eine von 92 Moscheen in München und Umland. Die hohe Anzahl ist eine Folge der vielen türkisch stämmigen Menschen. Auch in Milbertshofen leben viele muslimisch gläubige Menschen. Die muslimische Religion ist weltweit verbreitet.  In Deutschland gibt es ca. 1200 Moscheen. Es existiert auch eine Koranschule in Frankfurt/Main.